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Das Magazin von Physiobern

Lesedauer ca. 9 Min.

Lebenslanges Lernen

Weiterbildungspflicht in der Physiotherapie

Lebenslanges Lernen

Der Besuch eines Kongresses, ein klinikinterner Weiterbildungstag, das Masterstudium, ein Fortbildungsabend oder das Lesen vom Physioactive – die Weiterbildungsmöglichkeiten in der Physiotherapie sind vielfältig.

Wichtig ist vor allem, dass wir uns als Physiotherapeut:innen kontinuierlich weiterbilden. Neue Forschungserkenntnisse, neue Leitlinien und neue (technische) Möglichkeiten prägen unseren Berufsalltag. Unsere Welt und damit auch die Physiotherapie entwickeln sich schnell weiter. Wer mithalten möchte, muss am Ball bleiben.

Was sagt das Gesetz?
Im Bundesgesetz über die Gesundheitsberufe (GesBG) steht in Art. 16 Abs. b [1] Folgendes: «Sie vertiefen und erweitern ihre Kompetenzen kontinuierlich durch lebenslanges Lernen.» Noch konkreter wird dies in Anhang 5 des Tarifvertrags [3] für den Bereich UVG/MV/IV, gültig seit Juli 2025. Als Physiotherapeut:in muss ich jährlich 36 Stunden in Weiterbildungen investieren, damit ich Leistungen zulasten von UVG/MV/IV abrechnen darf. Dies entspricht auch den Empfehlungen von Physioswiss zur kontinuierlichen Weiterbildung im Bereich des KVG [2].

Umsetzung in der Praxis
Die sechs Tage beziehungsweise 36 Stunden müssen zwar pro Jahr erfüllt werden, es wird jedoch immer der Durchschnitt der letzten drei Jahre berechnet. Es ist also möglich, eine grössere Weiterbildung in den folgenden Jahren anrechnen zu lassen oder bei einem längeren Arbeitsunterbruch, zum Beispiel aufgrund von unbezahltem Urlaub oder Mutterschaft, die Weiterbildungstage vor- oder nachzuholen.

Mit der Einführung des Tarifvertrages im Bereich UVG/MV/IV wurden die Bedingungen an die Weiterbildungstage klar definiert. Folgendes kann als Weiterbildung angerechnet werden:

  • Kurse, Symposien, Kongresse, Tagungen sowie E-Learning-Kurse mit direktem Zusammenhang zur Berufsausübung
  • Das Unterrichten in der Grundausbildung oder in beruflichen Fort- und Weiterbildungen
  • Fachliche Supervisionen als Fort- und Weiterbildung
  • Die Teilnahme an oder die Durchführung von Qualitätszirkeln
  • Selbststudium (maximal 12 Stunden pro Kalenderjahr) von Fachzeitschriften und fachspezifischen Publikationen

Die genauen Definitionen finden sich im erwähnten Anhang.

Physioswiss Kantonalverband Bern unterstützt Physiotherapeut:innen bei der Umsetzung dieser Regelung mit verschiedenen Angeboten. Mit den Fortbildungsabenden kann in ein Thema eingetaucht werden, um herauszufinden, ob eine Weiterbildung in diesem Bereich das Richtige ist. Mit dem Weiterbildungszentrum bieten wir zudem jedes Jahr eine breite Palette an Weiterbildungen an: von eintägigen Kursen bis zu Kursreihen mit insgesamt 15 Kurstagen, von Kopf bis Fuss, von aktiven Massnahmen bis zu manuellen Techniken. 

Als Mitglied des Kantonalverbands Bern profitierst du von attraktiven Preisen für die Kurse. Das aktuelle Kursprogramm [4] findest du wie gewohnt auf unserer Website. Die Kurse für 2027 werden im September 2026 veröffentlicht – also früh genug, um die Weiterbildungen für das nächste Jahr zu planen.

Und wie wird das alles überprüft? Grundsätzlich ist jede:r Physiotherapeut:in selbst für die Einhaltung der Weiterbildungspflicht verantwortlich. Drei Jahre nach Einführung des Tarifvertrages im Bereich UVG/MV/IV werden jedoch Stichproben durchgeführt, um die Umsetzung zu kontrollieren. 

Die Dokumentation der Weiterbildungstage – auch der Stunden für das Selbststudium – mittels Notizen, Kursbestätigungen usw. ist daher bereits heute empfehlenswert.

Kursprogramm des Weiterbildungszentrum vom 2026

Neurozentriertes Training in der Physiotherapie: Modul 3

Neurozentriertes Training (NZT) ist ein Trainingskonzept, welches Erkenntnisse, Modelle und Prinzipien aus zahlreichen Teilgebieten der Neurowissenschaften verknüpft und in die Praxis integriert. Im Zentrum des NZT steht ein bewusster Wechsel der Perspektive, bei dem Leistung, Bewegung, Körperfunktionen und Symptome durch eine «neurologische Linse» betrachtet werden. Im Modul 3 steht das vestibuläre System im Fokus, einschliesslich der Kartierung von Kopf- und Körperbeschleunigungen und die Funktion und das Trainings der vestibulären Reflexe, um das neuroanatomische Verständnis zu vertiefen.

Voraussetzung für diesen Kurs ist das abgeschlossene Modul 1 und 2 Neurozentriertes Training in der Physiotherapie. 

Beschreibung & Anmeldung

Manuelle Therapie an der Wirbelsäule

In diesem Kurs von Markus Hildebrandt (Physiotherapeut OMT svomp) lernst du verschiedene manuelle Untersuchungs- und Differenzierungstechniken der Wirbelsäule. Weiter erfährst du, wie du Menschen mit Rücken- oder Nackenschmerzen mit verschiedene manuelle Behandlungstechniken helfen kannst. Der Kurs bietet eine praxisorientierte Herangehensweise, um deine Fähigkeiten und Fertigkeiten im Management von Wirbelsäulenbeschwerden zu erweitern.

  • 28. August 2026

Beschreibung & Anmeldung

Funktionelle myofasziale Integration *in motion*: Aufbaumodul

Die funktionelle myofasziale Integration (fmfi®) ist ein ganzheitliches, integratives, manuelles Behandlungskonzept des myofaszialen Systems, welches die Bedeutung der Schwerkraft auf den menschlichen Körper einbezieht. In den Kursen *fmfi® in motion* verbindet sich das manuelle fmfi®-Konzept von Andreas Klingebiel mit Übungen aus dem Bewegungskonzept «FAMO Fascia Movement ®» (vormals «Slings myofasziales Training») von Karin Gurtner (art of motion). Du lernst bei Annett Bühler und Andreas Klingebiel ausgewählte Übungen aus dem Slings-Konzept und verknüpfst dein fasziales Wissen und die angeeigneten manuellen Techniken mit Übungen als Behandlungselement in Bewegung. Im Aufbaumodul liegt der Schwerpunkt auf den Themenschwerpunkten, die du aus den fmfi®-Aufbaumodulen 2A + 2B kennst.

Voraussetzung für diesen Kurs ist das abgeschlossene Modul 1 "fmfi® Basismodul 1", die "fmfi® Aufbaumodule 2A & 2B" sowie das "fmfi® *in motion* Basismodul 1". Bitte sende die Kursbestätigungen dieser Kurse per Mail an sekretariat.wbz@physiobern.info.

Das Konzept  *fmfi® in motion* besteht aus drei auf die fmfi-Kurse aufbauenden Modulen:

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Grundkurs Schwindel: verstehen, untersuchen, behandeln

Schwindel kann sich in der Klinik unterschiedlich äussern und auch unterschiedliche Ursachen haben. Die Physiotherapeutin Maya Kündig Caboussat vermittelt im Grundkurs die verschiedenen Ursachen von Schwindel und Gleichgewichtsbeschwerden sowie die häufigsten Krankheitsbilder. Du lernst, wie du Patient*innen mit einer Schwindelsymptomatik umfassend untersuchen und gezielt behandeln kannst.

Dieser Kurs ist Voraussetzung für den Kurs "Vertiefungstag Schwindel bei Gehirnerschütterung" vom 2. November 2026.

  • 15. - 16. September 2026

Beschreibung & Anmeldung

Funktionelle myofasziale Integration (fmfi®): Basismodul 1

Die funktionelle myofasziale Integration (fmfi®) ist ein ganzheitliches, integratives, manuelles Behandlungskonzept des myofaszialen Systems, welches die Bedeutung der Schwerkraft auf den menschlichen Körper einbezieht. Lerne bei Andreas Klingebiel (Sportphysiotherapeut und Begründer der fmfi®) die verschiedenen Faszientypen und -schichten und deren Bedeutung auf die Anatomie kennen. Du lernst, wie du Störungen und Restriktionen im myofaszialen System erkennst und nach dem Konzept der fmfi® behandelst. Im Modul 1 wird dir das theoretische und praktische Grundlagenwissen zur Erkennung und Behandlung von funktionellen Störungen, myofaszialen Spannungsmustern und Beschwerdebildern im muskuloskelettalen System vermittelt.

Das Konzept der funktionellen myofaszialen Integration besteht aus insgesamt fünf Modulen:

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Rückenschmerzen – best practice

In diesem praxisorientierten Kurs mit Fabian Pfeiffer (Physiotherapeut MSc) lernst du, wie du lumbale Rückenschmerzen bei Patient:innen untersuchst und behandelst. Der Fokus liegt auf dem physiotherapeutischen Clinical Reasoning und der Diskussion sinnvoller Untergruppen von Rückenschmerzen. Du lernst ein strukturiertes Vorgehen, um mögliche beitragende Faktoren zu identifizieren. Du wirst passive und aktive Behandlungsmöglichkeiten für jede Untergruppe kennenlernen und anhand von Patient:innenbeispielen praktisch anwenden.

  • 29. - 30. Oktober 2026

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Vertiefungstag Schwindel: Gehirnerschütterung

Schwindel kann sich in der Klinik unterschiedlich zeigen und auch unterschiedliche Ursachen haben. Am Vertiefungstag werden das Wissen und die Vorgehensweises zum Thema Gehirnerschütterung erweitert. Du lernst bei der Physiotherapeutin Maya Kündig Caboussat die Untersuchung des verstibulo-okulomotorischem Bereich und evidenzbasierte Massnahmen zur Behandlung von Patient:innen mit Gehirnerschütterung.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Kurs ist der zweitägige "Grundkurs Schwindel: verstehen, untersuchen, behandeln". Bitte sende die Kursbestätigung vom Grundkurs an sekretariat.wbz@physiobern.info.

  • 02. November 2026

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Return to sport - Aber wann?

In diesem Kurs erhältst du von Arjen van Duijn (Sportphysiotherapeut MAS) eine Übersicht über verschiedene Assessments, die in den verschiedenen Phasen der Rehabilitation anwendbar sind. Nebst der praktischen Durchführung lernst du, welche Tests sinnvoll sind und welche Vorbereitungen seitens der Athlet:innen im Rehabilitationsprozess notwendig sind.

  • 03. - 04. November 2026

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DGSA Top 30: Dry Needling

Myofasziale Triggerpunkte und ihre Symptommuster können mit Dry Needling sehr effizient und nachhaltig behandelt werden. Nutze die Gelegenheit, beim Dozenten Daniel Bösch der „david g simons academy“ diese Techniken zu lernen. Der Kurs ist hauptsächlich praktisch orientiert aufgebaut und das Üben unter Supervision steht an erster Stelle.

Der DGSA Top 30 ist der Einführungskurs der kompakten Ausbildung der David G. Simons Academy (DGSA). Die gesamte Dry Needling Ausbildung beinhaltet 60,5 Stunden und wird am Schluss vom Dry Needling Verband Schweiz (DVS) mit einer Prüfung abgenommen. Erst nach erfolgreichem Abschluss der gesamten Ausbildung mit der Prüfung darf gemäss der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) das Dry Needling an den Patient:innen angewendet werden (weitere Infos siehe pdf Kurs-Beschreibung).

  • 13. - 15. November 2026

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Spiraldynamik: Lehrgang Basic MED Modul Fuss

Spiraldynamik® beschreibt die Zusammenhänge menschlicher Bewegung aus anatomisch-funktioneller Sicht. Der Physiotherapeut und Fachleiter der Spiraldynamik®-Akademie
 Christan Heel vermittelt dir einen praxisbezogenen Einblick in das spannende Therapiekonzept der Spiraldynamik®. Wir befassen uns mit der 3D-Bewegungsanalyse in Statik und Dynamik, um Details im Fuss zu erkennen und deren Auswirkungen auf die Gesamtkörperkoordination zu verstehen. Es werden verschiedene Fussfehlstellungen und verschiedene Ursachen für Fussschmerzen thematisiert.

Dieses Modul wird als Teil des modularen Lehrgang Basic Med, der Spiraldynamik® Basisausbildung anerkannt, kann aber auch als einzelner Kurs besucht werden.

  • 16. - 17. November 2026

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Fussbeschwerden behandeln

Fussbeschwerden sind weit verbreitet und stellen aufgrund ihrer multifaktoriellen Ursachen eine besondere Herausforderung im klinischen Alltag dar. In diesem zweitägigen Kurs mit Physiotherapeut Markus Hildebrandt (MAS MSK, OMT) vertiefst du dein Wissen über Fussphysiologie, Anatomie und Biomechanik und lernst, dieses gezielt für Clinical Reasoning und Behandlung einzusetzen. Neben fundierten theoretischen Grundlagen stehen praxisnahe Untersuchungs- und Behandlungstechniken im Fokus, die intensiv praktisch geübt werden. Alle Inhalte basieren auf evidenzbasierten Erkenntnissen und sind direkt in der Praxis anwendbar. 

  • 26. - 27. November 2026

Beschreibung & Anmeldung


Quellen: 

 

[1] Art 16, Abs. b, GesBG

 

[2] https://physioswiss.ch/profession/weiterbildung/ aufgerufen am 31.05.2026

 

[3] Art. 7, Abs. 1-2, Anhang 5 zum Tarifvertrag vom 01.07.2025 zwischen Physioswiss, H+ Die Spitäler der Schweiz, der Medizinaltarifkommission UVG, der Militärversicherung und der Invalidenversicherung.

 

[4] https://physioswiss.ch/be/weiterbildungszentrum/ aufgerufen am 31.05.2026